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Ein Treffpunkt für Osterode

Am 5. September 2017 eröffnet das Deutsche Rote Kreuz in der Aegidienstraße 19 in Osterode das Interkulturelle Begegnungszentrum „Henry“.

Am 5. September 2017 eröffnet das Deutsche Rote Kreuz in der Aegidienstraße 19 in Osterode das Interkulturelle Begegnungszentrum „Henry“. Hier soll alteingesessenen und zugewanderten Osterodern mit Rat und Tat geholfen werden, sich im Alltag, in der Stadt und im Behördendschungel zurechtzufinden. Geplant sind eine Fahrrad- und eine Kreativwerkstatt, ein Platz für Hausaufgabenhilfe, eine Ecke zum Klönen um sich einfach mal auszutauschen, sowie viel Raum für Beratung. Die Sozialsprechstunde des DRK wird hier ebenso stattfinden wie die Beratung durch die Refugee Law Clinic Göttingen, eine Organisation von Jura Studenten die geflüchteten eine Rechtsberatung anbietet. Ebenso erhalten vorwiegend geflüchtete Menschen, die aufgrund der Sprache dort oftmals Unterstützung brauchen, schnelle Hilfe beim Ausfüllen von Formularen oder Formulieren von Briefen.

Die Interkulturelle Begegnungsstätte „Henry“ –nach dem Gründer des Roten Kreuzes Henry Dunant – soll zunächst zweimal in der Woche vormittags und dreimal am Nachmittag geöffnet sein. Nach der offiziellen Eröffnung gibt es am Donnerstag, dem 7. September 2017 von 14.30 Uhr einen Tag der offenen Tür für alle Neugierigen, die natürlich auch danach jederzeit mit ihren Anliegen kommen können oder einfach nur aus dem Bedürfnis, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Denn es geht dem DRK nicht in erster Linie um ein Hilfeangebot, sondern darum, viele Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen. Das Ziel ist es, dass sich aus der Begegnungsstätte in naher Zukunft ein Bürgertreff entwickelt.

Die Idee für die Begegnungsstätte entstand eigentlich schon im Februar 2016, als die vom DRK betreute vorübergehende Flüchtlingsunterkunft in der Lindenberghalle wieder aufgelöst wurde, berichtet Joyce Spillner, die gemeinsam mit Beate Kohlstedt für „Henry“ verantwortlich ist. Die rund 50 Angestellten und insgesamt weit über 200 ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie die rund 300 Flüchtlinge haben sich kennen und schätzen gelernt und viele Kontakte geknüpft. „Sie wissen, dass das Rote Kreuz wie auch der Rote Halbmond hilft und dass sie sich darauf verlassen können.“ Die Flüchtlinge, die Osterode zugewiesen wurden, waren in der ersten Zeit alle von ehrenamtlichen Paten der Initiative „Willkommen in Osterode“ begleitet worden. Dennoch wurden die DRK- Mitarbeiter immer wieder in der Stadt angesprochen und um Hilfe gebeten: „Ist dieses Schreiben wichtig?“, „Wen muss ich fragen?“ oder „Wie mache ich das richtig?“ Und so konkretisierte sich allmählich die Idee von einem „Dreh- und Angelpunkt“ in Osterode, der für die Flüchtlinge so etwas wie „Netz und doppelten Boden“ bilden soll. Gleichzeitig entlastet er die Paten bei den vielen Aufgaben der Integration. Finanzielle Unterstützung bei der Realisierung dieses Projektes bekommt der DRK Kreisverband Osterode am Harz e.V. unter anderem vom Bundesprogramm Ländliche Entwicklung des Bundeslandwirtschaftsministeriums, dem Programm ehrenWert der Klosterkammer Hannover und der Heinrich-Peters-Stiftung.  Ein weitere Förderantragfür die Kreativwerkstatt ist noch offen.

Die Interkulturelle Begegnungsstätte „Henry“ ist so etwas wie ein öffentliches Wohnzimmer, in dem sich im besten Fall Bürger unterschiedlicher Herkunft, Kultur, Bildung, Religion und unterschiedlichen Alters treffen und miteinander in Kontakt kommen. Angebote und Hilfe für Einheimische und Migranten sollen zu einem freundlichen, respektvollen und aufgeschlossenen Miteinander führen. „So wollen wir zur Integration beitragen“, betont Beate Kohlstedt. „Denn das ist eine der wichtigsten aktuellen Aufgaben der gesamten Gesellschaft!“

Ideen gibt es viele, zumal die Mitarbeiterinnen der Begegnungsstätte stark im Integrationsnetzwerk Osterode (INO) eingebunden sind und gemeinsam mit den Partnern schon ein Sommerprogramm mit mehreren integrativen Veranstaltungen wie Zoo- und Phaenofahrten, einem Ausflug in einen Klettergarten, ein Picknick im Schwimmbadpark und dem Picknick der Kulturen eingebunden waren. Zur Verwirklichung aller Ideen, werden Ehrenamtliche gesucht: leidenschaftliche Bastler für die Fahrradwerkstatt, einfallsreiche und handwerklich begabte Köpfe für die Kreativwerkstatt, ältere SchülerInnen und pensionierte LehrerInnen für die Hausaufgabenhilfe sowie viele interessierte Leute, die neugierig auf die Welt und offen für alles sind. Sie alle sind eingeladen sich vom 7. September 2017 an ins „Henry“ zu wagen. Wer vorher Fragen hat, kann sich an das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Osterode am Harz e.V. unter der Telefonnummer 05522-9917-0 wenden.

28. August 2017 15:46 Uhr. Alter: 56 Tage